Holdingstruktur

Um die steuerliche Belastung von Ausschüttungen und von Gewinnen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften zu reduzieren, wird immer öfter das Modell einer Holding verwendet. Die Holding ist weder zivilrechtlich noch steuerrechtlich ein eigenständiges Rechtssubjekt, sondern beschreibt eine Organisationsstruktur mehrerer rechtlich selbstständiger Gesellschaften, oftmals Kapitalgesellschaften. Diese (Kapital-)Gesellschaften unterstehen meist einer einheitlichen Leitung. Die Holding ist als Gesellschafter an den anderen, zumeist operativen Gesellschaften (Tochtergesellschaften), beteiligt.

Klassischer Aufbau einer Holdingstruktur

Der Aufbau einer Holdingstruktur besteht aus mindestens zwei Gesellschaften. Klassischerweise handelt es sich dabei um zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Die Holding-GmbH wird dabei als Muttergesellschaft bezeichnet und hält die Gesellschaftsanteile – nicht selten zu 100 % – an mindestens einer ihr untergeordneten Tochtergesellschaft, ebenfalls einer GmbH. Im Regelfall ist das Halten und Verwalten von Anteilen der Hauptzweck der Holding-Gesellschaft, die Gesellschaft führt darüber hinaus keine eigenständigen Leistungen aus. In Einzelfällen führt die Holdinggesellschaft Managementdienstleistungen für Ihre Tochtergesellschaften aus.

Vier Varianten der Holding-GmbH

Die Holdingstruktur zeigt sich in verschiedenen Ausprägungen, für die in der Regel ihr Einsatzzweck namensgebend ist. Die fünf folgenden Varianten sind die gängigsten Formen der Holding-GmbH.

Die operative Holding ist selbst als aktives Unternehmen operativ auf dem Markt tätig und stellt oftmals auch das ursprüngliche Kerngeschäft des Unternehmens dar. Dies Regelfall ist dies auch die wirtschaftlich stärkste Säule in der  gesamten Unternehmensstruktur. Die Tochtergesellschaften werden operativ direkt von der Holding beeinflusst und können sowohl als Vertriebsgesellschaften, als zuliefernde Produktionsgesellschaften oder auch als von der Muttergesellschaft produktunabhängige Tochtergesellschaften die ein eigenständige Produktportfolio vermarkten ausgeprägt sein.

Die Management-Holding führt vor allem die strategische Steuerung, inklusive des Personalmanagements auf Führungsebene und die Steuerung des Kapitalflusses in den einzelnen Tochtergesellschaften durch. Die Gesellschaft ist als Management-Holding selbst nicht operativ außerhalb des Konzerns am Markt tätig. Der Sitz der Management-Holding ist oftmals strategisch gewählt, um die Steuerlast des gesamten Konzerns zu reduzieren.

Als Finanz-Holding wird eine Muttergesellschaft bezeichnet, die weder eine steuernde Funktion noch Einfluss auf das operative Geschäft ihrer Tochtergesellschaften ausübt. Die Holdingstruktur dient an dieser Stelle ausschließlich der Vermögensverwaltung und beeinflusst durch die Maßgabe finanzieller Ziele das Marktverhalten ihrer Tochtergesellschaften.

Im deutschen Mittelstand weit verbreitet ist die sogenannten Beteiligungsholding. Die Beteiligungsholding führt keinerlei Tätigkeiten, weder intern noch extern aus, sondern ist ausschließlich als Gesellschafter der einzelnen Tochtergesellschaften tätig. Dies führt zu niedrigeren Verwaltungskosten als eine der anderen Holdingformen und gleichzeitig ermöglicht dies auch steuerliche Vorteile.

Die Holding wird oftmals in der Rechtsform der GmbH gegründet, kann aber auch andere unterschiedliche Rechtsformen aufweisen. Insbesondere bei Familiengesellschaften wird häufig die Rechtsform der GmbH & Co. KG als Holding gewählt.

 

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